Presseinformation der Arbeitnehmervertreter/-innen im Aufsichtsrat der Bayer AG

Bayer-Konzern: Zukunftssicherung bis 2025 vereinbart

Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat setzt umfangreiche Zusagen für die Beschäftigten durch

In der Aufsichtsratssitzung am 29. November 2018 hat der Vorstand der Bayer AG dem Aufsichtsrat ein Strategiepaket vorgelegt, das einschneidende Veränderungen mit Auswirkungen auf Standorte und Gesellschaften u.a. in Deutschland vorsieht.

Anzeichen für diese Pläne hatten die Arbeitnehmervertreterinnen und –vertreter im Aufsichtsrat frühzeitig erkannt und bereits im Vorfeld der Sitzung ihrerseits ein Paket erarbeitet, welches den Vorstand zu umfangreichen Zusagen verpflichtet und die Bedingungen für die Umsetzung festlegt. Das Ergebnis wurde als „Gemeinsame Erklärung“ vom Bayer-Vorstand vor der Entscheidung im Aufsichtsrat unterzeichnet. Kernpunkt ist der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen für den Personalverbund der Bayer AG bis Ende 2025. Für Tochterunternehmen, die zum Verkauf stehen, sichert die Gemeinsame Erklärung Arbeitsbedingungen ab.

                                     

Oliver Zühlke, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Bayer AG und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender:

 „Die Gemeinsame Erklärung mit dem Vorstand ist ein hart erstrittener Erfolg für die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat. Wir haben damit eine belastbare Grundlage für die jetzt anstehenden betrieblichen Vereinbarungen geschaffen. Oberste Priorität hat für uns die Sicherheit für unsere Kolleginnen und Kollegen. Der erreichte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2025 ist ein Meilenstein. Ich möchte aber sehr deutlich sagen, dass für sämtliche Arbeitnehmervertreterinnen und –vertreter die Zustimmung zum Strategiepaket des Vorstands mit den angekündigten Auswirkungen ausgesprochen schmerzhaft war.“

 Neben der Beschäftigungssicherung für den Personalverbund und der Absicherung von Arbeitsbedingungen für Tochterunternehmen, die zum Verkauf stehen, hat die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat den Bayer-Vorstand zu weiteren bedeutenden Zusagen verpflichtet. So gibt es ein Bekenntnis zu den Standorten und Investitionszusagen für die einzelnen Divisionen. Die Konzernzentralen (Headquarter) und die Steuerung der Divisionen Pharma und Crop Science sowie weiterer zentraler Geschäftseinheiten bleiben in Deutschland. Zukunftsorientierte Entwicklungen in der Digitalisierung oder der Biologie erfolgen auch von Deutschland aus. Darüber hinaus werden personalpolitische Themen weiterentwickelt oder fortgeführt. Hierzu zählt u.a. die Initiative zu Gutem und gesundem Arbeiten, eine verbesserte Altersversorgung oder die Initiierung von belastungsreduzierenden Instrumenten. Augenmerk liegt auch auf den jungen Fachkräften, bekräftigt werden die Überbedarfsausbildung und die Übernahme.

 

Petra Reinbold-Knape, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE und Mitglied im Aufsichtsrat der Bayer AG:


„Die Pläne des Bayer-Vorstands bedeuten tiefe Einschnitte in die Strukturen des Unternehmens. Die Arbeitnehmervertreter haben dennoch diesen Schritt mitgetragen, weil wir im Gegenzug belastbare Zusagen für die Beschäftigten und die Standorte für die nächsten sieben Jahre durchgesetzt haben; das war nicht einfach zu erreichen und hilft uns in den zukünftigen Verhandlungen. Wichtig ist, dass wir neben dem Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen im Personalverbund auch Sicherheiten für die Beschäftigten in den zum Verkauf stehenden Tochterunternehmen und Investitionen für die deutschen Standorte vereinbaren konnten. Die Gemeinsame Erklärung zwischen Vorstand und Arbeitnehmerseite bietet eine tragfähige Grundlage dafür, Perspektiven für den Standort Deutschland zu vereinbaren. Die IG BCE steht dabei weiter an der Seite der Betriebsräte.“

Oliver Zühlke, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Bayer AG und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender:

 „Wir werden nicht zulassen, dass die Vielzahl der gleichzeitig initiierten Projekte unsere Kolleginnen und Kollegen überfordert. Bayer hat eine starke und entschlossene Belegschaft, die die Zukunft mitgestalten möchte. Wir stehen auf dem Gaspedal, nicht auf der Bremse für sinnvolle Veränderungen. Aber wir müssen die Menschen dabei mitnehmen. Dafür stand Bayer bisher und dafür steht Bayer auch in Zukunft.“

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