IG BCE-MehrWerte

Politisches Lobbying für die Interessen von Arbeitnehmer/innen

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“, scheint so mache/-r Politiker/-in still und heimlich zu denken, wenn die Wahl erst mal gewonnen ist. Anna Schmitz  hat Entscheider/-innen an ihr Wort erinnert. Ein Bericht über politische Macht und Netzwerke.

IG BCE Rhein-Main

Anna Schmitz, Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Sanofi-Aventis im Industriepark Höchst Anna Schmitz, Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Sanofi-Aventis im Industriepark Höchst

Die Paul-Ehrlich-Schule in Frankfurt Höchst ist nicht nur für Berufsschüler/-innen ein Reizwort. Der vollkommen marode Bau ist wohl ungefähr das Gegenteil von dem, was man sich unter einer modernen Lernumgebung für die Nachwuchskräfte der Industrie vorstellt. „In der Politik laufen viele Prozesse sehr zäh und langwierig“, sagt Anna dazu, „da waren auch oft Politiker, und meinten dann, dass das ja wirklich nicht schön aussieht. Aber passiert ist nichts.“ Die Sache nahm erst Fahrt auf, als der BJA eine Podiumsdiskussion veranstaltete, direkt mit Verantwortlichen sprach und bei Veranstaltungen wie dem Ersten Mai auf das Thema aufmerksam machte. „Klar, um politisch was bewegen zu können, muss man die richtigen Leute kennen“, gibt Anna zu. „Aber das geht eben über die IG BCE, da findet man Plattformen und bekommt Zugang zu Netzwerken. Ich habe zum Beispiel bei einer deutsch-ungarischen Jugendveranstaltung von der IG BCE den hessischen Kultusminister zu greifen bekommen und ihn auf die Paul-Ehrlich-Schule angesprochen. Später habe ich über Vanessa [BJA-Vorsitzende] mitbekommen, dass die Schulleiterin eine Anfrage von dem Minister auf den Tisch bekommen hat. Das war schon cool zu merken, dass ich da selbst direkt Einfluss genommen habe.“

Annas Tipp an andere, die etwas bewegen wollen: „Das Ziel immer im Hinterkopf behalten und den richtigen Moment nutzen. Wenn man jemanden sieht, der hilfreich sein könnte – direkt ansprechen, um einen Fuß in die Tür zu bekommen.“ Was, auf Bezirksebene im Kleinen stattfindet, macht die IG BCE auch auf Bundes- und internationaler Ebene: professionelle Arbeitnehmervertretung in der Politik. Anna beschreibt die IG BCE dabei als intelligent, sehr fortschrittlich und vorausschauend. „Von Industrie 4.0 habe ich schon auf einer BCE Veranstaltung vor ein paar Jahren gehört. Zu der Zeit hat da sonst noch niemand drüber gesprochen, das Thema war gar nicht präsent.“

Die IG BCE ist eine Gewerkschaft mit vielen Mitgliedern. So ist sie in vielen politischen Fragen auch eine wichtige Gesprächspartnerin, an der die Politik nicht vorbeikommt. So können wir auf allen Ebenen – von den Kommunen bis zum Bundestag – Volksvertreter/-innen und andere Politiker/-innen an Wahlversprechen und ausgelobte Projekte erinnern.

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