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14.07.2020

Neue Betriebsrätin bei Sanofi

Start in turbulenten Zeiten

Sie ist erst 27 Jahre jung, doch Vanessa Tsovanyan ist bereits stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Sanofi im Industriepark Höchst. Mit Arbeitnehmer-Rechten kennt sie sich aus, hierfür setzt sie sich seit ihrer Ausbildungszeit in diversen Ämtern ein. Ihr Eintritt in das neue Amt im Frühjahr 2020 fiel jedoch in turbulente Zeiten: Nur wenige Tage später folgte der coronabedingte Lockdown, nun im Sommer macht Sanofi mit einem geplanten Stellenabbau von sich reden.  Im Interview erzählt sie von ihren neuen Herausforderungen.

 

Sie sind jetzt schon mehr als die berühmten 100 Tage im Amt der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden. Wie lautet ihr bisheriges Fazit?

Tsovanyan: „Das waren natürlich keine normalen 100 Tage. Am 11. März kam ich in mein Amt, rund eine Woche später folgte der Lockdown. Das war total seltsam. Ich hatte eine neue Rolle, musste mich einarbeiten – und saß zu Hause, was die Sache natürlich erschwerte. Mittlerweile bin ich jedoch wieder jeden Tag im Industriepark und wachse langsam in die neue Rolle rein – auch wenn ich manchmal noch bei meinen Kollegen um Hilfe rufen muss. Ich hätte nie gedacht, dass die Vorsitzenden sich mit so vielen organisatorischen Dingen beschäftigen müssen. So etwas sieht man halt von außen nicht. Aber insgesamt ist es schon so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin trotz der schwierigen Zeiten glücklich mit meiner neuen Tätigkeit – auch wenn ich auch meine früheren Kolleginnen total vermisse.“

 

IG BCE Rhein-Main

Neue Betriebsräterin bei Sanofi Vanessa Tsovanyan, neu im Betriebsrat Sanofi

Wie haben sie auf die Hiobsbotschaft im Juni reagiert, dass Sanofi im Industriepark fast 800 Stellen abbauen will?

 Tsovanyan: „Wir haben letztes Jahr einen neuen CEO bekommen, so etwas ist oft mit einer neuen Strategie und leider mit einem Stellenabbau verbunden. Aber diese enorme Zahl war sehr überraschend und hat uns alle schockiert. Das werden wir natürlich nicht so hinnehmen, sondern sehen das erst einmal als einen Plan des Arbeitgebers, wettbewerbsfähiger zu werden. Wir werden auf jeden Fall um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. Hinzu kommt, dass ebenfalls bis Ende 2022 die Wirkstoffproduktion Chemie im Industriepark als eigene Firma ausgegliedert werden soll. Da sprechen wir auch noch mal von 600 bis 700 Stellen.“