Interview mit BR-Vorsitzendem Wolfgang Röpke

Mehr Geld für Kurzarbeiter dank Tarifvertrag

Auch bei der Celanese ist zumindest in Teilbereichen Kurzarbeit angesagt. „Das war abzusehen, schließlich sind wir auch Zulieferer für die Automobilbranche“, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Röpke. Ein hilfreicher Trost für die Mitarbeiter: Dank des Tarifvertrags erhalten sie deutlich mehr als das übliche Kurzarbeitergeld.

IG BCE Rhein-Main

Wolfgang Röpke, BR-Votrsitzender bei Celanese

Insgesamt sind bei Celanese am Standort Höchst 200 Menschen und damit ein Fünftel der Belegschaft von der Kurzarbeit betroffen. Die Arbeitsagentur zahlt ihnen die üblichen 60 Prozent ihres Nettogehalts und die Lohnnebenkosten, da kann es schon mal finanziell eng werden. Doch zu ihrem Glück gilt für sie der Tarifvertrag für die Chemiebranche, daher stockt ihr Arbeitgeber das Einkommen um weitere 30 Prozent des Nettolohns auf. „Diese tarifliche Aufstockung hatten wir schon einmal während der Finanzkrise im Jahr 2009“, erinnert sich Wolfgang Röpke. Es laufe nach anfänglichen Planungsproblemen reibungslos, „wenn natürlich auch niemand gerne in Kurzarbeit geht“.

Den Mitarbeitern sei bewusst, in welcher vergleichsweise komfortablen Lage sie sich dank der tariflichen Aufstockung befinden. Viele von ihnen bekommen in ihrem Umfeld mit, wie Menschen in Kurzarbeit gehen und plötzlich mit deutlich weniger Geld als üblich auskommen müssen.

Zudem gibt es bei der Celanese zusätzlich eine Betriebsvereinbarung für Schichtarbeiter. Denn diese hätten an den vielen Feiertagen im Frühjahr etliche Zuschläge bekommen, die nun wegen der Kurzarbeit wegfallen. „Sie hätten jeweils 150 Prozent mehr bekommen und das an Tagen wie Ostern oder dem 1. Mai sogar sozialversicherungsfrei“, macht der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende das Ausmaß deutlich. Die Betriebsvereinbarung sieht  nun eine Ausgleichsregelung vor, danach erhalten die betroffenen Arbeiter eine Brutto-Einmalzahlung für den entsprechenden Tag in der Höhe, die in der üblichen Gehaltsklasse in der Produktion anfallen würde.

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