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04.08.2020

Portrait

Frieda und ihr Frauchen

Wenn Menschen vermisst werden, schlägt die Stunde für Melanie Schönbach und ihre Hündin Frieda. Die beiden gehören zur Rettungshundestaffel Rhein-Lahn-Taunus, der sechsjährige Bordercollie-Labrador-Mix ist für die Flächen- und die Trümmersuche ausgebildet. „Unser letzter Einsatz war bei Koblenz, dort haben wir nach einer älteren Frau aus dem Seniorenheim gesucht, die von einem Spaziergang nicht zurückkam“, erzählt die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Diasys in Holzheim nahe Limburg. Die Frau wurde gefunden, Frieda und ihr Frauchen konnten gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Staffel beruhigt wieder nach Hause fahren.

 

Hunde hat Melanie Schönbach schon immer gehabt. Doch

Frieda ist das erste Tier, das sie zum Rettungshund ausgebildet hat. „Ich wollte etwas machen, das nicht nur Spaß macht, sondern auch für die Gesellschaft sinnvoll ist“, erzählt sie. Die Ausbildung war langwierig und begann schon im Welpenalter. Als erstes hat Frieda gelernt, dass es super ist, wenn sie zu einem Menschen geht. Dafür wurde sie überschwänglich gelobt und bekam eine Belohnung – zum Beispiel eine ihrer geliebten Frikadellen. „Für den Hund ist das alles keine Arbeit, sondern Spiel und Spaß“, sagt Schönbach.

 

Allerdings gab es in der Ausbildung ein kleines Handicap: Frieda weigerte sich beharrlich, Menschen anzubellen und so anzuzeigen, dass sie jemanden gefunden hat. „Vielleicht fand sie es unhöflich“, so ihre Besitzerin, die sich zur Lösung des ungewöhnlichen Problems ein Buch gekauft hatte, in dem beschrieben wurde, wie man Hunden das Bellen abgewöhnt. „Und dann habe ich das Gegenteil davon gemacht.“ So bekam Frieda stets erst etwas zum Futtern, nachdem sie gebellt hatte.

Melanie Schönbach

Melanie Schönbach mit Frieda Ein super Team! Melanie Schönbach mit Frieda

Diese Probleme gehören aber längst der Vergangenheit an, mittlerweile ist Frieda Profi. Mindestens zwei Mal in der Woche geht sie mit ihrer Besitzerin zum mehrstündigen Training der Staffel, bei dem die Suche nach vermissten Menschen möglichst realitätsnah geübt wird.

 

Dort ist Melanie Schönbach nicht nur mit ihrem eigenen Tier im Einsatz. Sie hat mittlerweile ihr Ausbilderzertifikat in der Tasche, hilft also in der Ausbildung der Rettungshunde-Aspiranten. „Nachwuchsprobleme haben wir nicht“, erzählt sie. Für einen Rettungshund sei es wichtig, dass er gerne mit Menschen zusammenarbeite und fit sei, die Größe sei eher zweitrangig. „Vom Jack-Russell-Terrier bis zum Bernersenn ist bei uns alles dabei.“