Stellenabbau bei Sanofi

Was die Arbeitnehmervertreter dazu sagen

Der französische Pharmakonzern Sanofi will in Europa rund 1700 Stellen abbauen, davon etwa 800 im Industriepark Höchst. Laut Firmenangaben beruht dieser Plan auf einer neuen Unternehmensstrategie. Hierzu teilen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Sanofi Deutschland GmbH mit:

Die in der Sitzung vorgestellten Unterlagen zum Ergebnis der “Play to Win"-Konzernstrategie bis 2022 und deren Umsetzung am Standort Deutschland nehmen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat lediglich zur Kenntnis. Eine Zustimmung zum Konzept kann damit nicht abgeleitet werden. Die Arbeitnehmervertreter hatten zu wenig Zeit, um die Analysen und Ergebnisse der geplanten Strategie qualifiziert zu hinterfragen. Hierfür sind weitere Beratungen in Gremien der Arbeitnehmervertretung notwendig.

Um entsprechende Analysen vornehmen zu können, benötigen wir sämtliche Unterlagen, die zur Umsetzungsstrategie am Standort Deutschland geführt haben.  Wir gehen davon aus, dass uns diese Unterlagen umfassend und  zeitnah zur Verfügung gestellt werden.

Geschäftsleitung und Konzernspitze können sich aber schon jetzt darauf einrichten, dass die Interessenvertretung der Mitarbeiter von Sanofi Deutschland und die Gewerkschaft IG BCE Widerstand leisten und um jeden Arbeitsplatz kämpfen werden."​

IG BCE

Geplante Schließung bei Polytec Poltec-Mitarbeiter wollen das so nicht hinnehmen!

Ein Kommentar des IG BCE-Bezirksleiters Rhein-Main, Ralf Erkens, zu dem geplanten Stellenabbau:

„Sanofi betreibt auf dem Höhepunkt der schwersten wirtschaftlichen Krise Kahlschlag an den Jobs unserer Kolleginnen und Kollegen. Mit dem Slogan „play to win“ sollen in Frankfurt nahezu 800 Arbeitsplätze abgebaut werden. Darüber hinaus befindet sich die Ausgliederung der chemischen  Wirkstoffproduktion in Vorbereitung. Betroffenheit: 600 bis 700 Kolleginnen und Kollegen. Dabei ist jedem klar: Hier geht es nicht um ein notleidendes Unternehmen. Hier soll sichergestellt werden, dass die üppigen Gewinne des Pharmaherstellers auch zukünftig angenehm sprudeln und damit die Aktionäre beglücken. Die angestrebte Profitmaximierung findet aber auf dem Rücken aller Beschäftigten in Höchst statt. In Zeiten der Krise wird es kaum möglich sein, schnell mal einen neuen Job zu finden, auch in unseren Branchen weht der aktuelle Wind rauer. Betriebsschließungen, Personalabbau und Kurzarbeit stehen in immer mehr Unternehmen der chemischen und kunststoffverarbeitenden Industrie im Fokus! Hier heißt es vieler Ortens nicht „play to win“ sondern „rien ne va plus” und ganz am Ende für den Pharmastandort Frankfurt „game over“. Das gilt es zu verhindern, mit unseren Betriebsräten, Vertrauensleuten, IG BCE-Mitgliedern und allen, denen die wirtschaftliche Entwicklung der Rhein-Main Region am Herzen liegt. Frei nach der guten alten Weisheit: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren!“

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