Neues aus dem IP Höchst

Corona macht’s möglich: virtuelle Betriebsversammlung bei Sanofi

Eine virtuelle Betriebsversammlung? Alleine die Idee hätte vor Corona wohl für allgemeines Kopfschütteln gesorgt, nun zeigt sich: Es ist möglich und funktioniert sogar gut.

„Wir hatten bis zu 3000 Teilnehmer, alles lief völlig problemlos“, berichtet Claudia Schönherr, Betriebsratsvorsitzende bei Sanofi-Aventis von ihren Erfahrungen bei der Betriebsversammlung im Juni. Das virtuelle Treffen habe sogar einige Vorteile gegenüber den sonst üblichen Präsenzveranstaltungen gehabt. „Es lief disziplinierter ab, ging schneller und war lebendiger, weil sich viel mehr Leute trauten, Fragen zu stellen“, zählt sie auf und ergänzt: „Wir hatten noch nie so viele Fragen in einer Betriebsversammlung.“

Hofschläger/pixelio

Eine Versammlung in Coronozeiten ist virtuell

Mangels Erfahrung waren die Vorbereitungen allerdings recht aufwändig gewesen. Die meisten Mitarbeiter verfolgten die Versammlung mit ihren Arbeitscomputern, andere nutzten zu Hause ihre privaten Rechner. „Wir hatten vorher geklärt, dass ihnen das als Arbeitszeit gut geschrieben wird“, so Claudia Schönherr.

Außerdem wurden verteilt im Industriepark Höchst fünf Präsenzräume geschaffen, in denen sich die Mitarbeiter treffen konnten. Der Ansturm war jedoch überschaubar. Im Schnitt kamen im jeden Raum noch nicht einmal 20 Menschen zusammen. Wegen der guten Erfahrungen wird bei Sanofi-Aventis derzeit darüber nachgedacht, in Post-Corona-Zeiten zusätzlich zu der Präsenz-eine virtuelle Betriebsversammlung anzubieten.

Doch als nächsten Schritt steht für die Arbeitnehmervertreter des Unternehmens erst einmal eine virtuelle Betriebsrats-Sitzung an, zwar logischerweise mit viel weniger Teilnehmern als bei der Betriebsversammlung, aber dafür mit deutlich erhöhten Anforderungen. „Es müssen viel mehr Formalien beachtet und eine Vertraulichkeit gewahrt werden, das macht die Angelegenheit viel umständlicher“, erklärt die Betriebsratsvorsitzende. Die Identifikation der Teilnehmer muss funktionieren, Drittnutzer müssen auf jeden Fall ausgeschlossen werden, Gäste dürfen bei einigen Tagesordnungspunkten nicht teilnehmen. „Das ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer“ so Claudia Schönherr.

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