Portrait

Der Mann der tiefen Töne

Jürgen Sehring mag die tiefen Töne. In seiner Freizeit spielt der gelernte Chemietechniker ein nicht alltägliches Instrument: den Kontrabass. Dieser gehört nicht nur zu den größten, sondern auch zu den Streichinstrumenten mit den tiefsten Tönen. Zu dem Instrument gekommen ist Sehring mit ein bisschen Zufall. „Ich habe als Kind Blockflöte und dann Tuba gespielt“, erzählt der 58-jährige Ex-Bayer-Mitarbeiter von den Anfängen seines musikalischen Werdegangs.

Er spielte in der Jugendmusikschule seines Heimatortes, in der es auch eine Bigband gab. Dessen Bassist verabschiedete sich eines Tages zur Bundeswehr und Sehring wurde gefragt, ob er nicht der Nachfolger sein wolle. Schon damals im Jugendalter dem Jazz sehr zugeneigt, überlegte er nicht lange und stimmte zu – allerdings unter einer Bedingung. Er wollte nicht E-Bass spielen, sondern Kontrabass. „Ich war damals so 14 oder 15 Jahre alt“, berichtet er. „Und ich hatte das Glück, einen sehr guten Lehrer zu haben.“

In der Bigband hielt es ihn jedoch nicht lange. Denn in seiner Kirchengemeinde wurde ebenfalls ein Kontrabassist gesucht – und so wechselte er für seine Auftritte ins Gotteshaus. Dabei ist er bis heute geblieben, er spielt im Orchester der Neuapostolischen Kirche im Bezirk Darmstadt und natürlich auch in seiner Heimatgemeinde Langen. Dort bringt er manchmal auch selbst komponierte Stücke zu Gehör. „Ich wurde schon mehrfach darauf angesprochen, diese richtig zu veröffentlichen. Bei einigen kleinen Stücken habe ich das nun gemacht.“

Privat

Der Kollege für die tiefen Töne Der Kollege für die tiefen Töne

Schließlich hat er seit vergangenem Mai mehr Zeit, nach 38 Jahren hat er bei Bayer Crop Science im Industriepark Höchst aufgehört. Dort war er auch über zehn Jahre lang als Vertrauensmann tätig gewesen. „Kochen, rühren, destillieren“, antwortet er lachend auf die Frage nach seiner damaligen Tätigkeit in der Abteilung für Verfahrensforschung. Privat ist er vor allem in seiner Kirche sehr aktiv. Dort streicht er den Kontrabass, bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie sang er zudem im Konzertchor Südhessen. Und auch abseits der Musik bringt sich Sehring ein: Er kümmert sich um die Seelsorge der Gemeindemitglieder.

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